Aufbau
Spielfeld: Rechteck ca. 35 × 25 m (für 3-gegen-3 kann es auch 30 × 20 m sein, je nach verfügbarem Platz und Alter der Kinder).
Tore – das Kernelement:
- Insgesamt 4 Tore: Zwei Tore pro Team, beide an derselben Grundlinie (Grundlinie A und Grundlinie B).
- Beispiel: Team Blau hat Tor links und Tor rechts an ihrer Grundlinie (Grundlinie A). Team Rot hat Tor links und Tor rechts an ihrer Grundlinie (Grundlinie B).
- Jedes Tor ca. 3–4 m breit (Mini-Tore oder mit Hütchen markiert).
- Keine klassischen Torpfosten nötig – Markierungen mit Hütchen reichen.
Spieler: 3 gegen 3 ODER 4 gegen 4 (je nach Gruppengröße).
- 3-gegen-3 ist intensiver und trainiert Raumerkennung besser.
- 4-gegen-4 gibt mehr Bewegungsraum und ist für größere Plätze geeignet.
Keine Torwarte – alle spielen feldspielerisch.
Material: 1–2 Bälle im Spiel, Leibchen zur Unterscheidung, 8 Hütchen zur Tor-Markierung, evtl. Leibchen für Rollen-Rotation.
Ablauf
-
Spielstart: Anpfiff wie in einem normalen Spiel – Teams treten sich den Ball zu.
-
Kern-Regel – Breitenfußball ohne Fixation:
- Das angreifende Team (z. B. Team Blau mit Ballbesitz) kann auf eines der beiden seiner Tore spielen (links oder rechts auf Grundlinie A).
- Wichtig: Kein Abseits. Der Angreifer darf auf jedes Tor spielen – keine Raumfixierung.
- Ein Tor wird erzielt, wenn der Ball kontrolliert (nicht wild schlendig) über die Torlinie ins Tor geführt wird – Fußball, nicht Handball.
-
Dynamik beim Seitenwechsel:
- Unter Druck kann das Team schnell die Seite wechseln: „Linkes Tor gesperrt? Dann spielen wir rechts!"
- Kein langer Ballzirkulation nötig – schnelle Seitenwechsel sind erlaubt und gewünscht.
- Verteidiger müssen die ganze Grundlinie abdecken (beide Tore), nicht nur eine Seite.
-
Ballverlust und Umschaltung:
- Nach Ballverlust oder Tor: Das andere Team übernimmt sofort den Ball (wie beim normalen Spiel).
- Das neue Angreifer-Team spielt auf IHRE beiden Tore (an der anderen Grundlinie).
-
Spielweise (Durchgang: 4–6 Minuten):
- Regelmäßiger Ballwechsel, schnelle Übergänge.
- Nach Durchgang: Mannschaften tauschen oder wechseln zur Reserve.
Coaching-Punkte
Raumerkennung und Feldübersicht:
- Grundlinie lesen: Trainer fordert aktiv auf: „Welches Tor ist offener? Links oder rechts?" Spieler müssen schnell scannen, nicht nur auf Mittelfeld fixieren.
- Doppeltores bewusst: Das Team muss wissen, dass es zwei Ziele gibt – nicht eine klassische Tor-Situation, sondern mehrere Angriffspunkte.
Breitenfußball:
- Frühe Seitenwechsel: „Statt mehrmals in der Mitte zu passen, spielt ihr schnell nach außen. Seitenwechsel öffnet die Verteidigung!"
- Passspiel in die Breite: Außenspieler sollten früh angespielt werden – nicht nur zentrales Passspiel.
- Flankenvorbereitung: Wer außen ist, kann flanken oder am Tor entlang dribbeln – nicht immer zurück.
Defensive Raumabdeckung:
- Beide Tore bewachen: Verteidiger dürfen nicht nur eine Seite „zusperren". Die Raumdeckung geht über die ganze Breite.
- Positionsbewusstsein: Ein Verteidiger muss wissen: Bin ich näher beim linken oder rechten gegnerischen Tor? – entsprechend positionieren.
Häufige Fehler und Korrekturen:
- Fehler: Das Team spielt nur immer auf dieselbe Seite (z. B. nur rechtes Tor), die Verteidiger merken sich dies.
Korrektur: „Wechselt die Seite – links, rechts, wieder links! Macht die Verteidigung verrückt." - Fehler: Spieler versuchen, wild zu schießen, statt kontrolliert zu spielen.
Korrektur: „Kontrolliert! Ball ins Tor spielen – nicht schießen wie auf ein Großtor!" - Fehler: Außenspieler bleiben zu weit innen, nutzen nicht die Breite.
Korrektur: „Außenspieler – ganz raus an die Linie! Ihr braucht den Platz zum Dribbeln und Flanken!"
Varianten
Variante 1 – Nur Pass-Tore: Torschüsse sind verboten; Tore zählen nur, wenn der Ball flach ins Tor gespielt wird (Kurpassspiel trainieren, keine Schützen-Dominanz).
Variante 2 – Nur Flankentore: Ein Tor zählt nur, wenn der Abschluss unmittelbar aus einer Flanke kommt (von der Grundlinie oder vom Rand). Dies trainiert gezielt Flankenfußball und Timing.
Variante 3 – Neutraler 5. Spieler: Ein zusätzlicher neutraler Feldspieler läuft mit und spielt immer für die Ballbesitzer. Dies ermöglicht mehr Ballaktionen und schnellere Kombinationen – besonders für D-Jugend geeignet.
Variante 4 – Zeitdruck und Tor-Schwerpunkt: Nach 60–90 Sekunden Ballbesitz muss ein Torschuss erfolgt sein – sonst Ballverlust. Dies verhindert zu langes Zirkulieren und trainiert Entscheidungsfreudigkeit.
Quelle: Trainerteam